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Die 2B "auf der Flucht"
Die Ausstellung "Leben auf der Flucht" vermittelte SchülerInnen der 2B praktisch und lebensnah den Alltag von Flüchtlingen.
Im Rahmen ihrer bewusstseinsbildenden Jugendaktionen hat "Ärzte ohne Grenzen" heuer die Ausstellung "Leben auf der Flucht" organisiert.
Nachdem Schüler und Schülerinnen der 2. und 4. Klasse dieses Jahr mit ihren Aktivitäten 2.710 Euro für sudanesische Flüchtlinge im Darfur (die von "Ärzte ohne Grenzen" betreut werden) gesammelt hatten, bot sich zur Abrundung ein Besuch der Ausstellung an, bei der der Scheck symbolisch überreicht werden konnte.
Wie die 2B-Klasse diesen Ausstellungsbesuch erlebte, zeigt der nachfolgende Bericht, der aus Aufsätzen der 2B zusammengestellt wurde:
Am Freitag, dem 19. Jänner 2007, fuhren wir mit Frau Prof. Steinhauser nach Wien ins Museumsquartier. "Ärzte ohne Grenzen" hat dort ein Zeltlager für Flüchtlinge naturgetreu nachgebaut. So konnten wir uns in den Alltag eines Menschen hineinversetzen, der mit 20.000 anderen Flüchtlingen monatelang in so einem Lager lebt.
Zuerst erhielten wir einen Flüchtlingspass, in dem normalerweise nicht nur der Name, sondern auch alle wichtigen Informationen und Untersuchungen eingetragen werden. Während wir auf Flüchtlingskoffern saßen und warteten, dass wir den Schranken zum Lager passieren durften, erklärte uns ein Mitarbeiter, wie es in so einem Flüchtlingslager zugeht. Zum Beispiel gibt es oft Sprachprobleme, sodass sich die Helfer häufig in der Zeichensprache verständigen müssen.
Nach der Einführung konnten wir ins Lager und durften helfender Arzt oder Flüchtling spielen. Als Ärzte untersuchten wir im Krankenzelt Kinder auf Unterernährung oder Krankheiten und gaben entsprechende Mittel oder impften. Die Tabletten schmeckten allerdings so gut, dass einige Patienten gleich mehrmals behandelt werden wollten! Diejenigen, die Flüchtling spielen wollten, durften afrikanische Trachten anziehen, aus Autoreifen hergestellte Schuhe tragen und ausprobieren, wie eng es in einem Flüchtlingszelt ist, wenn sich 15 bis 20 Menschen darin aufhalten. Beim Versuch, einen 5- oder 10-Liter-Wasserbehälter am Kopf zu balancieren, scheiterten die meisten rasch. Wir konnten auch üben, Mais, Bohnen und Kichererbsen zu zerstampfen. Wer sich dann sein tägliches Flüchtlingsessen abholen wollte, musste feststellen, dass es echt wenig war, nämlich zwei Becher Mais, drei Esslöffel Bohnen und Kichererbsen sowie etwas Salz und Öl. Manche Mädchen ließen sich ein "Baby" auf den Rücken binden und erlebten so, wie schwer es ist, den ganzen Tag ein Baby herumzutragen. Die Möglichkeit, etwas zu basteln, um ein wenig "dazuzuverdienen", wurde vor allem von den Buben genützt.
Zum Schluss gab es noch eine kurze Nachbesprechung, aber da hatten wir es schon eilig, um den Zug zurück nach Pressbaum nicht zu verpassen.
Alles in allem war es ein toller Ausflug, bei dem wir wirklich erfuhren, wofür allein unsere Klasse in den letzten Monaten 1.360 Euro gesammelt hatte. [Präsentation mit vielen Fotos von Liselotte Filzmoser (pdf-Datei; 3,9 MB)]
Geändert am: 02.02.2007 Ein Beitrag von: wil |