Magazin / Sacré Coeur Pressbaum
MAGAZIN-Home
Home  
 
  MAGAZIN
  Archiv bis 2008
  Archiv bis 2002
  Archiv bis 2001
  Archiv bis 2000
  Archiv bis 1999
Sacre-Coeur 15.05.2004

"Die Kleinen Schwestern vom Lamm" im Sacre Coeur

Vom 3. - 5. Mai waren 4 Schwestern der Gemeinschaft der „Kleinen Schwestern vom Lamm“ bei uns im S.C. auf Besuch, bzw. auf Schulmission.

Dieser neue Zweig der großen DominikanerInnen-Ordensgemeinschaft ist gute 20 Jahre alt ( 16.7.1983), in Österreich sind die Schwestern seit 1996.

In ihrer einfachen blauen Ordenstracht zogen die 4 Schwestern die Aufmerksamkeit von Schülern und Lehrer sofort auf sich. In einigen Klassen erzählten sie von ihrer Berufung, dem Gemeinschaftsleben, vom Alltag und von ihren Aufgaben. Im Internat verbrachten sie die 2 Nächte und luden die Schülerinnen zu Gespräch und Gebet ein. Das Besondere an ihrer Berufung ist es, solidarisch zu sein mit den Armen der Gesellschaft. So gehen sie keiner Erwerbstätigkeit nach, sondern betteln um das „tägliche Brot“. Ganz auf die Vorsehung Gottes vertrauend gehen sie von Haus zu Haus, von Tür zu Tür und erbitten, was sie zum Essen brauchen – ein Stück Brot, Obst u.a.. Durch viele Beispiele erzählten sie beeindruckend, wie sie durch „Zufall“
(= Vorsehung Gottes ?) zu Menschen geführt wurden, für die der Besuch der Schwestern ganz wichtig war, z. B. für ein Gespräch, für offene Lebensfragen, beim Gedanken an Selbstmord.

Die Erfahrungen beim Betteln um das tägliche Brot waren ganz unterschiedlich – von der freundlichen Aufnahme und der Einladung zum Essen bis zu Hinauswurf – alles ist möglich. Manchmal stellen sie sich auch um eine Suppe für Obdachlose an, um Solidarität mit den „Sandlern“ zu leben. Für manchen dieser Obdachlosen sind die Kl. Schwestern wirklich zu „Schwestern“ geworden.

Viel Zeit im Tagesablauf wird dem Gebet und der Stille gewidmet, ca. 5-6 Stunden pro Tag. Das Alltagsleben ist äußerst karg: kein warmes Wasser in der Wohnung, keine Waschmaschine....nur 2 Garnituren des Ordensgewandes.

Die Erzählungen der Schwestern waren sehr interessant. Die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler waren sehr unterschiedlich: von Bewunderung und Ungläubigkeit, dass man so leben kann bis hin zu starker Kritik, dass gesunde junge Frauen, die eine gute Ausbildung haben, keiner Erwerbstätigkeit nachgehen und betteln gehen. Auf jeden Fall: interessante Impulse für unsere Jugendlichen.

Mag. Wolfgang Aumann

Geändert am: 04.06.2004
Ein Beitrag von: Edda Scharnagl