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KlosterSENF Nr. 34, Dezember 2000, S. 6 - 8: Interview mit Frau Dir. Földy! Ab 1. 1. 2001 wird es am SCP eine neue Direktorin geben. Wir haben vorab uns um ein Exklusiv-Interview bemüht, um möglichst viel über sie herauszufinden.
Dir. Földy: Ich komme aus der Steiermark. Ich habe meine Volksschulzeit in St. Michael bei Leoben verbracht, wo mein Vater Tierarzt war. Ich war dann aber schon mit 11 Jahren im Internat des Sacré Coeur in Graz. Ich war noch einer der letzten Jahrgänge, die noch vollkommen intern waren. Wir durften in der Unterstufe zu Beginn nur zweimal im Jahr nach Hause fahren. Senf: Was war dann nach der Matura? Dir. Földy: Ich habe begonnen, Französisch und Theologie zu studieren. Da ich sprachlich sehr interessiert war, habe ich innerhalb des Theologiestudiums Hebräisch und Griechisch gelernt. Dabei habe ich Französisch eher weggelegt. Dann bin ich ein Jahr nach Lyon in Frankreich gegangen. Zurück in Graz hat man mir die Zeugnisse dann nicht anerkannt, und deshalb habe ich dann in Wien fertigstudiert. Senf: Danach sind Sie in Wien geblieben? Dir. Földy: Nein, ich war dann in der Weststeiermark tätig, in einer HAK. Dort hat es mir so gut gefallen, dass ich mich verändern wollte, und ich bin dann nach Graz in die Lehreraus- und -fortbildung, neben einer geringen Schulverpflichtung, gegangen. Dort war ich für den AHS-Bereich im religionspädagogischen Institut verantwortlich und habe nebenbei an zwei pädagogischen Instituten unterrichtet. Dann habe ich meinen jetzigen Mann kennen gelernt und bin zu ihm nach Wien gegangen. Senf: Haben Sie Kinder? Dir. Földy: Nein. Ich habe spät geheiratet. Vielleicht werde ich noch Kinder bekommen, ich habe das eigentlich immer offen gelassen. Senf: Wollten Sie eigentlich immer Lehrer werden? Dir. Földy: Ja, das war mir schon immer im Blut. Schon seit ich und meine Schwester miteinander gespielt haben, war es immer so, dass ich die Lehrerin darstellte und sie die Klasse. Ich war immer die Ältere und Dominante in der Familie. Ich habe immer die Verantwortung für meine Schwester übernommen, auch noch im Internat. Senf: Ab wann werden Sie am SCP Direktorin sein? Dir. Földy: Ab 1. Jänner 2001. Senf: Was schätzen Sie an Lehrern? Dir. Földy: Ich hab es gerne, wenn sie engagiert und sehr offen sind, vor allem dialogbereit. Offen heißt, wenn sie sich über die Schule hinaus für Bildung interessieren. Jeder sollte ein gewisses Maß an Idealismus und Engagement in diesen Beruf mitbringen. Senf: Was ist Ihnen bei Schülern wichtig? Dir. Földy: Leistungsbereitschaft, da ich selbst sehr leistungsorientiert bin. Der zweite Punkt ist das soziale Lernen. Ich denke, dass in Zukunft jeder, der eine Matura hat, fähig sein muss, seine Kompetenzen zu leben, im Team zu arbeiten und soziale Fähigkeiten mitzubringen. Und das alles muss in der Schule eingeübt werden. Hier hilft vor allem die Privatschule mit ihrem eigenen Leitbild. Senf: Wie gefällt Ihnen die Schule bis jetzt? Dir. Földy: Ich kenne die Schule schon sehr lange, da ich im Sommer immer die französische Gruppe geleitet habe. Ich war zusammengezählt also schon über ein Jahr lang hier in Pressbaum. Es ist eine eigene Situation, da es aufgrund der Lage ein wenig abgehoben ist. Hier trägt die Ruhe und die Natur sicherlich dazu bei, dass das Leben ausgewogener wird. Senf: Was denken Sie über neue Medien im Unterricht? Dir. Földy: Ich möchte aufgrund meiner Herkunft und Religiosität pädagogische und spirituelle Impulse geben. Der Umgang mit den neuen Medien soll möglichst ausgeglichen sein. Überbetonung wäre nicht gut, neue Medien sollten Hilfsmittel sein. Senf: Würden Sie also "Laptop-Klassen" befürworten? Dir. Földy: Ja, auch. Es ist ein Weg, aber es muss daneben auch andere geben. Die Betonung von Latein und lebenden Fremdsprachen wäre mir selbst, als Romanistin, sehr wichtig. Senf: Wie denken Sie über Sprachreisen und Exkursionen? Dir. Földy: Ja, wie schon gesagt, würde ich mir eine Balance wünschen. Ich halte viel von der Idee, dass man aus der Schule hinausgeht, bin aber auch ein Befürworter der Ruhe im Unterricht. Dass der reguläre Unterricht engagiert und streng eingehalten wird. Aber Zusatzaktivitäten sind sehr erwünscht, da sie den Horizont der Schüler und das Leben in der Gemeinschaft erweitern. Senf: Was denken Sie über Modernisierung der Schule? Dir. Földy: Eine meiner Wurzeln ist eine bäuerliche. Da sagt man immer, wenn man einmal beginnt, das Bauernhaus zu renovieren und nicht mehr auf die Bewirtschaftung Wert legt, ist das ein Alarmzeichen für den Betrieb. Ich denke, dass die Raumgestaltung schon wichtig ist, da wir uns alle wohl fühlen müssen, aber nicht an erster Stelle stehen sollte. Der Geist sollte an diesem Haus modern sein. Senf: Welche Ziele haben Sie an unserer Schule? Dir. Földy: Ich finde drei Säulen besonders wichtig. Erstens: Das Leitbild der Erzdiözese. Die zweite Säule, meiner Ansicht nach, sind die Gedanken der Gründerin. Ich finde vor allem hier den Umgang der Menschen und der Kinder miteinander besonders wichtig. Die dritte besonders wichtige Säule ist die ganz spezifische Situation und Tradition dieser Schule Senf: Herzlichen Dank für das Interview! Der KlosterSENF ist die Schülerzeitung des Gymnasiums Sacré Coeur Pressbaum.
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| www.sacre-coeur.org | 27. 12. 2000 |