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GYMNASIUM 11. 11. 2000

Einmal Frankreich und zurück s.v.p.

Am 14. September wurde Österreich für 19 Tage um 19 Sacre-Coeur-Schüler ärmer! Gemeinsam mit ihren Begleitlehren Prof. Maria Sonnenberg-Matuschek und Prof. Christian Sonnenberg trat die 7B an diesem Tag die langersehnte und öfters umgeplante Intensiv-Sprachwoche in Cannes/Südfrankreich an.

Von Jasmin Zankl und Julia Krämmer (7B)

Die Filmmetropole Cannes empfing uns mit angenehmen 30 Grad und ihrem mediterranen Charme. Erschöpft nach einer langen und dazu noch verzögerten Anreise - zwei Flüge - wurden wir von unseren Gastfamilien in Empfang genommen. Unsere Unterkünfte variierten auf einer Skala von "Hilfe! Ich will nach Hause!" bis "Hilfe! Ich will nie wieder nach Hause!".

An unserem ersten Tag erkannten wir sehr schnell, dass es leider doch kein Urlaub war, und so versuchten wir, unsere ersten Schulstunden hinter uns zu bringen. In zwei Gruppen geteilt, standen Stegreiftheater, Dialoge und andere sprachliche Übungen auf dem Programm. Während sich die halbe Klasse untereinander heiratete, wurden die Übrigen von ihren eifersüchtigen Ehepartnern umgebracht. Unsere kabarettreifen, spontanen Auftritte ließen uns die Scheu vor Französisch verlieren.

Abseits der Schule unternahmen wir viel. Wir besuchten unter anderem Monaco, St. Tropez, Nizza, Grasse und mittelalterliche Städte wie Gourdon oder St-Paul-de-Vence, die alle auf ihre Weise einzigartig waren. Doch nicht immer verliefen unsere Ausflüge plangemäß ...

An unseren freien Nachmittagen genossen wir Sonne, Strand und Meer am "Plage du Midi". Einige Sonnenhungrige übertrieben leider, so dass "After Sun Creme" zum beliebten Tauschobjekt avancierte. Unser Geheimtip "Plage du Midi" sprach sich aber augenscheinlich schnell herum. Schon am nächsten Tag wurde der Strand von Österreichern nur so überflutet. Wir erkannten mit Schrecken, dass man vor Österreich leider nicht fliehen kann. Von einem Tag auf den anderen machten so an die 200 österreichische Schüler Cannes und Umgebung unsicher.

Über unsere Abendgestaltung möchten wir uns hier nicht weiter auslassen, da sich vermutlich jeder denken kann, was 16-jährige Schüler/innen auf Sprachreise so machen.

Trotz der vielen österreichischen Schüler in Cannes versuchten wir immer wieder Kontakt zu Einheimischen unseres Alters aufzunehmen, was sich aber als sehr schwierig herausstellte. Les francais, où sont-ils???

Als wir uns an der Cote d'Azur endlich so richtig eingelebt hatten, war das Abenteuer Cannes auch schon wieder vorbei - unsere Reise jedoch noch nicht.

So überblickten wir schon wenige Stunden nach unserem letzten Strandbesuch die Skyline von Paris. Sofort zog uns das multikulturelle Flair von Paris in seinen Bann. Viel Zeit, um Cannes nachzutrauern, blieb uns also nicht. "Paris in drei Tagen" ist ein nicht zu unterschätzendes Vorhaben, das wir jedoch mit Auszeichnung bestanden haben. Wir besichtigten alle strategisch wichtigen Punkte von Paris (Eiffelturm, Louvre, Quartier Latin, Montematre, ...).

Unsere Beherbergung entpuppte sich als das charmante "Hotel de l'Europe", von dem wir schlichtweg begeistert waren. Ganz im Gegensatz zu unserem Portier, dem wir die Erkenntnis lieferten, dass "österreichische Jugendliche genauso undiszipliniert sind wie französische" (Originalzitat).

Nach einem letzten Einkaufsbummel in Les Halles, der noch die letzten positiven Konten ins Minus führte, hieß es Abschied nehmen. Traurig verließen wir die Stadt der Liebe und mit ihr Frankreich.

Nach einem turbulenten Flug standen wir wieder auf heimatlichem Boden. Eines ist klar: Frankreich wir vermissen dich!!!

 
www.sacre-coeur.org   11. 11. 2000